Das Leben in der allein auf auf landwirtschaftlicher
Produktion beruhenden Gesellschaft war geprägt von harter Arbeit im
Haus und auf dem Hof. Da die meisten Gladbecker im 19. Jahrhundert den
unterbäuerlichen Schichten angehörten (Kötter, Heuerlinge,
Handwerker, Knechte und Mägde) hing ihre Existenz von den jeweiligen
Ernteerträgen ab. Diese wiederum waren von Witterungsbedingungen und
anderen Einflüssen der Agrarkonjunktur abhängig.
- Nachbau eines Kottens mit Original-Webstuhl
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- Ein Blick in den Raum Bäuerliches Leben im 18./19. Jahrhundert
Zusätzlich zur Landwirtschaft betrieben deshalb viele Familien ein
sogenanntes “zusätzliches Handwerk”. Weitverbreitet waren
unterschiedlichste Formen des Webens. Leineweber, Strumpfweber, Wollweber
waren oft anzutreffen, Holzschumacher und Stuhldrechsler kaum weniger.
Die Erlöse aus dem Verkauf konnten dazu dienen, die Existenz auf eine
ausreichende Grundlage zu stellen.
Der angedeutete Nachbau eines Kottens mit Original-Holz von 1822 (entnommen
dem Dachstuhl des Kleimann-Kottens in Gladbeck-Butendorf) soll eine ungefähre
Ahnung damaliger Wohn- und Lebensverhältnisse vermitteln. Flachsverarbeitung
von der Saat bis zum Verweben an einem Original-Webstuhl aus dem 17. Jahrhundert
sowie bäuerliche Arbeitswerkzeuge aus dem 18. und 19. Jahrhundert
verdeutlichen die schwere und zeitaufwendige Arbeit.