Aus der Geschichte lernen heißt, sich der ganzen
Heschichte kritisch zu stellen. Deshalb gehören Geschichte und Verbrechen
des Nationalsozialismus in jedes moderne stadtgeschichtliche Museum.
- Verdrängte Jahre:
1933 - 1945
-
- Ein Blick in den Raum Gladbeck unter’m Hakenkreuz
Wie konnte es dazu kommen? Hat Hitler seine zahlreichen Anhänger über
seine Ziele getäuscht? Wurde der Krieg systematisch durch die Militarisierung
der Gesellschaft vorbereitet? Fragen, zu denen Sie im Museum Dokumente
und Inszenierungen sehen können.
Dazu ein Beispiel: die kritische Darstellung des Führerkultes, der
auch in Gladbeck zur alltäglichen Selbstdarstellung des Faschismus
gehörte. Im Rathaus und an anderen herausragenden Stellen in der Stadt
wurde eine Büste Adolf Hitlers zum allgegenwärtigen Standbild
des Führers. Sie war gleichzeitig deutliches Zeichen für die
Untertanenmentalität, auf deren Hintergrund der Führerkult erst
richtig gedeihen konnte. Die Inszenierung im Museum nimmt diese geschichtliche
Tatsache auf und bewertet sie: Das Hintergrundbild einer terroristischen
Saalschlacht, provoziert durch die Gladbecker SA noch vor der Machtergreifung,
gebrochen durch eine von Einschüssen zersplitterte Panzerglasscheibe,
deuten unmißverständlich auf den diktatorisch-militaristischen
Charakter des NS-Regimes hin.
Nebenbei bemerkt: die Büste wurde kurz vor Kriegsende neben dem Rathaus
verscharrt. Erst 1963 wurde sie bei Erdarbeiten entdeckt und dem Museum
zur erinnernden Mahnung übergeben.
Das Ergebnis des deutschen Faschismus war der Krieg. Er brachte unbeschreibliche
Leiden für die Menschen in aller Welt. Kaum vorstellbar erscheint
das Leben in den Städten des Ruhrgebietes. Bombenkrieg, Hunger, Entbehrungen,
Kriegswirtschaft, Tod sind Stichworte, die das alltägliche Leben bestimmten.
Dies in einem Museum genau darzustellen ist fast unmöglich, doch vielleicht
können sich Ahnungen und Eindrücke festsetzen.