Das Ritterprojekt
War das Ritterleben im Mittelalter wirklich so wunderbar, wie es in vielen
Romanen und Filmen dargestellt wird? Wie sah der Alltag eines Knappen aus,
der sich auf das Ritterleben vorbereitete? In Wittringen, wo einst der Ritter
Ludolfus hauste, kann man die Ausbildung zum Ritter nacherleben. Dazu gehören
das Bogenschießen und der Schwertkampf in der typischen Rüstung
eines Ritters vor 800 Jahren: Schwert, Kettenhemd, -haube, -strümpfe,
Topfhelm, und Schild. Mit allen Rüstungsteilen bekleidet ist man dann
gleich 25 Kilogramm schwerer.
Was aber passierte mit den Jungen, die nicht Ritter werden konnten? Sie wurden
in ein Kloster gesteckt, um dort Lesen und Schreiben zu lernen, denn die
Ritter waren meistens Analphabeten. Von der Mühsal und Last des Schreibens
in einer Klosterschule des Mittelalters kann man sich selbst ein Bild machen.
Wie die Klosterschüler vor 800 Jahren wird mit hölzernen Griffeln
auf Wachstafeln geschrieben und mit Federkiel, Tinte und Pergament eine mittelalterliche
Urkunde erstellt, die dann eigenhändig gesiegelt wird.
Außerdem erfährt man etwas über das mittelalterliche Dorf Gladbeck und
seine Bewohner, die als Leibeigene einem Grundherrn mit “Gut und Blut
zugethan”
waren und unentgeltlich besondere Leistungen für ihren Herrn erbringen mussten.